Das Beste ist die natürliche Geburt

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Kaiserschnitt oder natürliche Geburt? Vor dieser Frage stehen alle werdenden Mütter.

Die Eine weiß von Beginn an das sie “normal” entbinden möchte, die Andere möchte lieber eine Wunschkaiserschnitt und die Nächste kann sich nicht entscheiden. Und natürlich gibt es auch werdende Mütter die sich ungewollt einer Not-OP unter der Geburt unterziehen müssen.

Ich möchte folgende Frage klären: Warum denkt (fast) jede Mutter, ihr Weg ein Kind zu gebären sei der Beste und muss eben diesen anderen Müttern, welche eine andere Auffassung vertreten nahezu aufzwingen?

Meine Wahrheit ist das Ultimum…

…so hört man es immer wieder von vielen Frauen. Doch wie komme ich überhaupt auf das Thema?

Eine gute Freundin ist gerade zum zweiten Mal schwanger und ihre erste Geburt war sehr traumatisch. Es bestand unter Anderem Lebensgefahr für das Baby und das Ende vom Lied war der Notkaiserschnitt.

Ein Geschwisterchen war gewünscht und deshalb ging es an die Planung das nächsten Kindes. Von Anfang an stand für sie fest: Sie möchte diese Erfahrungen nicht noch einmal machen und wird sich am Ende ihrer Schwangerschaft einem Wunschkaiserschnitt unterziehen.

Ich muss zugeben, als sie mir das sagte, dachte ich auch erst einmal “Wieso denn das?”, aber als wir uns über ihre Gründe dafür unterhielten, konnte ich es völlig nachvollziehen.

Wie kannst du nur?

Anders reagierte allerdings eine Bekannte von ihr.

Meine Freundin erzählte ihr von eben diesem gewünschten Kaiserschnitt und bei der Anderen, nennen wir sie mal Super-Besserwisserin, machte sich entsetzen breit. Sie wurde regelrecht beleidigend. Warf meiner Freundin vor eine schlechte Mutter zu sein, machte ihr andere Vorwürfe und es ging wirklich unter die Gürtellinie.

Da stellten sich mir tatsächlich einige Fragen.

Wie kann sich eine andere Frau das Recht herausnehmen, so zu urteilen? Wo bleibt denn da das Mitgefühl? Warum soll man eine schlechte Mutter sein, wenn man sich für diesen Schritt entscheidet? Schließlich wird diese Form der Geburt doch angeboten. Es ist ja nicht so, als würde man etwas Illegales tun.

Alles was man tut ist, sich gegen ein erneutes aufbrechen das Traumas zu entscheiden und es ist doch viel Besser diesen Schritt zu gehen, als mit Angst in die normale Geburt zu gehen, oder etwa nicht?

Wieso kann ich es verstehen?

Ich selbst litt auch unter einer traumatischen ersten Geburt. Ich wurde in der 42. Woche wegen Plazentaverkalkung eingeleitet und musste dann 72 Stunden Wehen ertragen. Ich weiß noch wie ich um einen Kaiserschnitt bettelte.

Ich durfte nur auf der linken Seite liegen, da auf dem Rücken oder der rechten Seite die Herztöne meiner Tochter schwach wurden. Immer wieder gab es Wehenhemmer, dann wieder Mittel um die Wehen zu verstärken. Starke Schmerzmittel, ich übergab mich mehrmals, mein Blutdruck sank auf unterirdische Werte, bis man nach drei Tagen Kampf entschied: Entweder das Baby wird jetzt normal geboren oder die Saugglocke kommt zum Einsatz. Ein Kaiserschnitt war nicht mehr möglich, denn sie war schon in den Geburtskanal gerutscht.

Fragt mich nicht wie, aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft sie normal zu entbinden, aber ich muss ehrlich sagen, dass was danach kam, war es nicht wert! Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich auf einen Kaiserschnitt bestanden.

Meine kleine Maus hatte nämlich nicht geatmet und musste dann auf die Kinderstation verlegt werden. Glücklicherweise kam sie nach ein paar Stunden wieder zu mir, aber das es so weit kommen muss, muss einfach nicht sein!

Die zweite Schwangerschaft, was mache ich jetzt?

Ebenso wie meine Freundin, bin auch ich im Moment das zweite Mal schwanger. Ich habe mich auch mit der Frage auseinandergesetzt, wie es dieses Mal ablaufen könnte und mich für eine normale Geburt entschieden. Zumindest insofern das möglich ist.

Ich möchte gerne eine Geburt ohne Einleitung erleben und denke, dass ich heute, zwei Jahre später auch ein ganz anderes Mindset besitze. Ich bin überzeugt davon, dass es dieses Mal schneller gehen und nicht so schmerzhaft sein wird. Vielleicht ist es auch nur Wunschdenken, aber eines ist sicher: Ich gehe entspannter an die Sache heran und alleine das wird schon ein großer Vorteil für mich sein.

Andererseits werde ich mir einen Kaiserschnitt geben lassen, wenn ich merke, es läuft wieder auf die Komplikationen der ersten Geburt heraus. Ich möchte nicht die Angst haben müssen, meinem Baby etwas Schlechtes anzutun.

Mein Fazit

Wirklich jede Mutter soll und muss selbst entscheiden, wie sie entbindet. Diese Freiheit haben wir in unserem Land zum Glück und deshalb muss jede individuelle Wahl bedingungslos akzeptiert werden. Da gibt es kein Wenn und kein Aber. Natürlich darf und soll man immer seine eigene Meinung sagen, dass dann aber bitte auf einer neutralen Ebene. Oder möchtest du selbst für deine Entscheidung angefeindet werden?

Da passt halt einfach die goldene Regel: “Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu.”

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